Betreff
Bürgeranregung gem.§24 GO von 17.05.2013 zur Beibehaltung des Meerbuscher Saubertages
Vorlage
FB1/616/2013
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Bau- und Umweltausschuss beschließt, dem Bürgerantrag, den Meerbuscher Saubertag in der bisherigen Form durchzuführen, nicht zu folgen.

Die Verwaltung wird beauftragt, den Meerbusch-Tag, wie mit den Vereinen abgestimmt, vorzubereiten und zu unterstützen.
 

Sachverhalt:

 

Die BUND-Ortsgruppe Meerbusch regt an, den Meerbuscher Saubertag weiterhin jährlich in der bisherigen Form stadtweit vorzubereiten und durchzuführen.

 

Der Meerbuscher Saubertag ist zum ersten Mal im Jahr 2001 im Rahmen der Initiative „Sauber sieht besser aus“ organisiert worden. Es sollte sich auf diese Weise im Bewusstsein der Menschen die Erkenntnis festsetzen, dass eine saubere Stadt das Anliegen aller Bürgerinnen und Bürger sein muss.

In den 12 Jahren hat das Thema Sauberkeit in den Köpfen der Menschen seinen Platz gefunden. Der Reinigungsstandard in Meerbusch hat mittlerweile ein hohes Niveau erreicht. Die Beschwerden der Bürger und Anzeigen wegen „wildem Müll“ sind stark zurückgegangen. Die an den Saubertagen eingesammelten Abfallmengen sind  in den letzten Jahren ebenfalls stark rückläufig.

 

Die Verwaltung unterstützt die Bürgervereine mit der Bereitstellung von Containern, Abfallsäcken, Handschuhen, Verpflegung und natürlich am Saubertag selbst mit der aktiven Teilnahme der Mitarbeiter des SB 11 und FB 1 (ca. 16 Personen mit Fahrzeugen).

 

Bei der Vorbesprechung für den Saubertag 2013 mit den Mitorganisatoren (Vorsitzende der Bürgervereine) wurde einmütig festgestellt, dass die Resonanz bei der Teilnahme an dieser Aktion immer geringer wurde. Nur „organisierte Sammler“ sind noch regelmäßig beteiligt. In den kleineren Stadtteilen Nierst, Ossum-Bösinghoven, Langst-Kierst, Ilverich und Strümp ist es den Vorsitzenden der Bürgervereine gelungen, die Bürger zu motivieren, an den Saubertagen aktiv mitzuwirken. In den großen Stadtteilen gelang es dagegen weder der Verwaltung noch einer Gruppe oder Organisation, die Bürger in gleichem Maß stadtteilweit anzusprechen. Hier erfolgen Aktionen lediglich punktuell durch einzelne Gruppierungen (z.B. in Büderich DLRG, japanische Gruppe, BUND) und wenige Bürger.

 

Eine mögliche Ursache für das mangelnde und zurückgehende Interesse könnte die Festlegung des Saubertages für die Gesamtstadt auf einen fixen Termin sein. Mit den Vorsitzenden der Bürgervereine herrschte jedenfalls Einigkeit darüber, dass eine variablere Terminplanung hilfreich und wünschenswert sei. Auch fehlt möglicherweise ein Anreiz in Form eines Preises, wie er in einigen anderen Städten ausgelobt wird. Letztlich erwies sich außerdem die gemeinsame Abschlussveranstaltung am Ende der Sammelaktion für alle Teilnehmer als wenig attraktiv, weil die organisierten Gruppen im eigenen Stadtteil bleiben wollen und nicht am Ende noch mit ihren Autos für einen Teller Suppe in einen anderen Stadtteil fahren möchten.

 

Die Verwaltung möchte deshalb für das Jahr 2014 ein neues Konzept für die Durchführung des Saubertages erproben, welches die Erfahrungen der letzten Jahre, Optimierungsvorschläge der Teilnehmer, Ideen aus anderen Städten und veränderte Voraussetzungen (wie beispielsweise der Umstand, dass die Verpflegung und Essensausgabe auf der Abschlussveranstaltung seitens des Roten Kreuzes nicht mehr gewährleistet werden konnte) berücksichtigen soll.

 

Die Verwaltung schlägt vor, zumindest folgende Änderungen bei der Durchführung des „Meerbusch-Tages“ 2014 probeweise umzusetzen:

 

  • Um die Flexibilität bei der Beteiligung zu erhöhen, wird alljährlich im März zum „Frühjahrputz“ aufgerufen (analog Stadt Düsseldorf).

  • Vom 1. März bis zum 1. April können dann die Vereine, Schulen, Kindergärten, Familien, kirchliche Einrichtungen, Betriebe, andere Gruppen oder Privatpersonen sich bei der Stadt melden und ihren „Meerbusch-Tag“ zu einem beliebigen Zeitpunkt im März durchführen.

  • Die Stadt stellt Müllsäcke, Handschuhe und bei größeren Sammelaktionen Container zur Verfügung. Der eingesammelte Unrat wird dann zeitnah von der Stadt abgefahren. Der konzen-trierte Samstageinsatz der städtischen Mitarbeiter ist dadurch nicht mehr notwendig.

  • Sollten sich mehrere Gruppen in den einzelnen Stadtteilen zusammenfinden und eine Abschlussveranstaltung planen, wird die Stadt dies finanziell unterstützen.

  • Öffentlichkeitsarbeit, Plakate, Anmeldung usw. werden von der Verwaltung unterstützt.

  • Im Rahmen des neuen „Meerbusch-Tages“ werden neben den traditionellen Abfallsammelaktionen auch andere Aktivitäten gefördert, die dazu beitragen, das Gesicht der Stadt oder des eigenen Umfeldes attraktiver zu gestalten.

 

Der bisherige Saubertag wird somit nicht abgeschafft, sondern in modernisierter Form als Meerbusch-Tag weiterentwickelt. Die Verwaltung geht davon aus, dass durch die terminliche Entzerrung und die flexiblere Planungsmöglichkeit für die Vereine und Gruppierungen insgesamt eine höhere Beteiligung und somit größere Effektivität erzielbar ist.



Finanzielle Auswirkung:

 

Durch die Ausführung des vorgeschlagenen Beschlusses entstehen keine Auswirkungen auf den Haushalt:

Alternativen:

 

Der Bau- und Umweltausschuss beschließt, dem Bürgerantrag, den Meerbusch- Saubertag weiterhin jährlich stadtweit in der bisherigen Form vorzubereiten und durchzuführen, zu folgen.