Betreff
Bericht zur Stadtbibliothek 2016
Vorlage
FB3/0213/2017
Art
Informationsvorlage

Ziele und Aufgaben

Die Stadtbibliothek ist die zentrale Einrichtung zur Medien- und Informationsversorgung in Meerbusch. Sie trägt zur informellen und kulturellen Grundversorgung bei, indem sie für die Informationsbedürfnisse und Unterhaltungswünsche der Einwohner Medien verschiedenster Art systematisch bereitstellt und vermittelt.
Die Stadtbibliothek Meerbusch hat das Ziel, mit ihrem öffentlichen, allgemein zugänglichen Medienangebot einen nachhaltigen Beitrag zur Erfüllung des Bildungs-, Kultur- und Informationsauftrages zu leisten.
Dabei sind ihre Aufgaben die Auswahl, Bereitstellung und Vermittlung eines aktuellen Informations- und Literaturangebotes für die schulische und berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung, für die persönliche, gesellschaftliche und kulturelle Orientierung, Lebensgestaltung und Alltagsbewältigung sowie Unterhaltung.
Diese Aufgabenstellung schließt auch die Angebotsbereitstellung digitaler Medien ( eBook, eAudio, eVideo, ePaper ) der digitalen Zweigstelle, der Onleihe Meerbusch mit ein, www2.onleihe.de/meerbusch

Außerdem bietet die Stadtbibliothek den Zugang zu Datenbanken für allgemeine Informationen, für Informationen zu Ländern, Personen und Ereignissen sowie Recherchemöglichkeiten in rund 450 Pressequellen und Zeitschriften, login.ezp-me.itk-rheinland.de/...

Die Stadtbibliothek Meerbusch erhöht die Erreichbarkeit ihres Angebotes durch Ortsnähe an drei Standorten sowie durch die Möglichkeit der partiellen Nutzung und Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten.
Sie unterstützt diejenigen, die ihre Bildung und Fortentwicklung in eigene Hände nehmen. Sie ist ein nichtkommerzieller öffentlicher Kommunikations- und Lernort. Sie fördert das lebenslange Lernen und ist gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt, erste Anlaufstelle für Fragen unterschiedlichster Art.
Mit ihren Angeboten unterstützt sie das Alltagsmanagement und die kreative Freizeitgestaltung.
Die Stadtbibliothek Meerbusch leistet darüber hinaus auch einen Beitrag zur Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft.


Das Jahr 2016

Trotz  Personalwechsel und längeren krankheitsbedingten Ausfallzeiten ist es gelungen, die Bibliotheksentwicklung ein Stück weit voranzutreiben.

 

Datenbanken

So konnte die  Stadtbibliothek Meerbusch ihr Angebot erweitern und auf ihrer Homepage einen komfortablen Zugang für verschiedene Datenbankrecherchen einbinden. Die Datenbanken enthalten vielfältige und verlässliche Informationen und sind Hilfsmittel zur Informations- und Literatursuche zum Beispiel für Referate und Facharbeiten.

Über den Button „Datenbanken“ kann sich jede Leserin, jeder Leser der Stadtbibliothek Meerbusch mit einem gültigen  Bibliotheksausweis anmelden und erhält den Zugang zu verschiedenen Informationen. Alle digitalen Werke bieten geprüftes Wissen, das regelmäßig aktualisiert wird. ( Vgl. Anlage 1 )

 

Die Stadtbibliothek Meerbusch wird Ausbildungsstätte

Nachdem in der Stadtbibliothek die Entscheidung getroffen war, Ausbildungsstätte für  Auszubildende im Beruf Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FAMI) zu werden und eine(n) Auszubildende(n) im eigenen Haus auszubilden, liefen im zweiten Halbjahr 2016 die Vorbereitungen.

Die Eignungsfeststellung der Stadtbibliothek Meerbusch als Ausbildungsstätte erfolgte Ende November 2016 durch die Bezirksregierung Köln als  zuständige Stelle für den Ausbildungsberuf "Fachangestellte/r für Medien und Informationsdienste" im öffentlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalens. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist ein Ausbilder/ eine Ausbilderin, der/die mit mindestens der Hälfte der regulären wöchentlichen  Arbeitszeit beschäftigt sein muss. Er/sie muss neben der fachlichen Eignung auch über die Ausbildereignung mit den notwendigen berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen. Auch diese Bedingung wird inzwischen erfüllt.

 

Verschiedene Zielgruppen

Die Stadtbibliothek bietet neben ihrer Kernaufgabe der Auswahl, Bereitstellung und Vermittlung eines aktuellen Informations- und Literaturangebotes in Gestalt vielfältiger Medienarten für verschiedene Zielgruppen in 53 Öffnungstunden der Woche auch Veranstaltungen und besondere Programme für ihre Kunden an. Einige Beispiele.

 

Angebote für Kinder und Jugendliche

Neben den klassischen Klassenführungen insbesondere für Grundschulkinder (16) bietet die Stadtbibliothek auf Anfrage  spezielle Termine für Bibliotheksbesuche an, bei denen Kinder aus Kindertagestätten oder Grundschulen die Stadtbibliothek besuchen und sie so erst einmal kennenlernen können. (45)

Gezielte Angebote zur Leseförderung macht die Stadtbibliothek mit Vorlesestunden, Bilderbuchkino und Suchspielen. (35).dabei wird sie von ehrenamtlichen Vorlesepaten unterstützt.

Bibliotheken sind für lese- und schreibbegeisterte  junge Menschen die erste Anlaufstelle.

Und so organisiert die Stadtbibliothek seit Langem  kreative Schreibwerkstätten (19) für Kinder und Jugendliche, die gerne schreiben und ihr Talent weiterentwickeln wollen. Die Gruppe der Jugendlichen ab zwölf Jahren stellte ihre Texte wieder zum Jahresende in einer Lesung vor. Unter den Besuchern fanden sich neben Verwandten, Freunden und Bekannten dieses Mal auch viele interessierte Leser der Stadtbibliothek.

 

 


Angebote für Erwachsene

Ebenfalls mit ehrenamtlicher Unterstützung fanden Onleihe-Sprechstunden statt, In ihnen werden die Möglichkeiten der „Onleihe Meerbusch“  aufgezeigt und Einzelfragen beantwortet (9)

Zu Gast in der Stadtbibliothek Meerbusch war der Wissenschaftsredakteur der „Zeit“ Ulrich Schnabel  mit  Vortrag und anschließender lebhafter Diskussion zum Thema seines Buches „Was kostet ein Lächeln?“ Von der Macht der Emotionen in unserer Gesellschaft.

Der Schauspieler und Theatermacher Bernd Surholt präsentierte in seiner Ein-Mann-Bühne eine Neuinszenierung von Wilhelm Buschs Bildergeschichten unter dem Titel „Helene in Szene“.

Der Gitarrist und Erzähler Stefan Sell widmete sein Literaturkonzert Miguel de Cervantes und

William Shakespeare „Don Quixote meets Shakespeare”, eine Veranstaltung zum Shakespeare-Jahr.

Zwei, auch über Meerbusch hinaus beachtete Ausstellungen, wurden in der Stadtbibliothek präsentiert. „seitenweise“  mit einer Auswahl dreidimensionaler Buchskulpturen und Druckgrafiken von Professor Helfried Hagenberg und die Ausstellung „Meerbusch-Land am Fluss“ mit großformatigen Landschaftsfotografien von Nicola Meynköhn.

 

 

Ergebnisse des Jahres 2016

 

 

 

 

 

Medienangebot / Entleihungen

Die Stadtbibliothek baute das Angebot aller Medien auf über 79.000 Medieneinheiten aus.

Für die Messung des Medienangebots pro Einwohner wird in Meerbusch der digitale Bestand der Onleihe  mitberücksichtigt, da sie eine zeitgemäße Erweiterung des Medienbestandes darstellt.  Sie verfügt über 6.480 digitale Medien. Das ist ein Anteil von 8,2 % des gesamten Medienbestandes. Damit stehen für jeden Einwohner in Meerbusch insgesamt 1,4 Medien zur Verfügung.

(Norm: 2) Der Umschlag des physischen Medienbestandes in 2016 lag bei  5,2. (Norm: 3)


Besucher / Ausweisinhaber

Bisher ist es noch nicht wieder möglich, die virtuellen Besucher zu zählen. (Die letzte vorliegende Zahl stammt aus 2014 und sie lag damals schon bei über 40.000)

Im Bibliotheksbetrieb ist die Wahrnehmung der letzten Jahre unverändert, dass die Stadtbibliothek zunehmend als Arbeits- und Lernort mit Arbeitsplätzen und Recherchemöglichkeiten und als gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt genutzt wird. Tatsächlich ist der Bedarf an frei zugänglichen, aber ruhigen  Arbeitsplätzen gestiegen. Es besteht ein größerer Bedarf an abgeschlossen Räumen für kleinere Gruppen.

Die Bibliothek wird von unterschiedlichen Benutzergruppen gleichzeitig  aufgesucht. Viele der Besucher finden sich in der Bibliothek ein, um zu lesen, zu stöbern, zu lernen, zu arbeiten und um sich zu treffen. Sie kommen nicht mehr nur, um sich Bücher auszuleihen. Dabei ist festzustellen, dass sich die Nutzer pro Besuch länger in der Bibliothek aufhalten. Sie nutzen die Lernumgebung, um konzentriert für Klausuren zu arbeiten, nach Informationen zu recherchieren, sowohl im Medienbestand über den Onlinekatalog und in den Datenbanken der Stadtbibliothek als auch über WLAN im Internet. Gleichzeitig nutzen Familien mit Kindern zunehmend die Bibliothek als Aufenthaltsort Es müssen jedoch noch  Lösungen für das gleichberechtigte Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Nutzerinteressen gefunden werden.

Die Besucher sollen ausreichende und ruhige Arbeitsmöglichkeiten vorfinden können.

 

Die Zahl der Ausweisinhaber (aktive Leser) ist in 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 19,6 % auf 7.318 angestiegen. Dazu sind noch 155 Ausweise für Schulen, Kindertagestätten etc. ( 7.473 ) zu rechnen.

 

 

 

 

 


Die Leserzusammensetzung nach Altersgruppen (bezogen auf 7.318  natürliche Personen) sieht 2016 folgendermaßen aus.

 

 

 

 

 

Um die Jahresergebnisse der Stadtbibliothek Meerbusch aus dem Jahr 2016 einordnen zu können,  sind in der  Anlage 2 einige Daten aus der Deutschen Bibliotheksstatistik  von  vergleichbaren Bibliotheken zusammengefasst. Alle  Vergleichsbibliotheken sind  aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf. Es  handelt sich um Dormagen, Hilden, Langenfeld und Wesel. Die Stadtbücherei Hilden wurde 2016 als Bibliothek des Jahres  ausgezeichnet.

 

Bei vergleichbarer Größe des  Einzugsbereichs  ist erkennbar wie unterschiedlich die Gewichtung und Bereitstellung  zum Beispiel  an  Standorten und Besucherarbeitsplätzen ist, wie unterschiedlich oft die  Bibliotheken als Lern- und Arbeitsort öffentlich zugänglich sind.

So bietet die  Stadtbibliothek Meerbusch eine höhere Erreichbarkeit ihrer Angebote als die Vergleichsbibliotheken. Eine Grafik des Hochschulbibliothekszentrums in Köln, in der die üblichen Öffnungstunden Öffentlicher Bibliotheken in Deutschland dargestellt werden, zeigt, dass die Stadtbibliothek Meerbusch zu der Gruppe aller Bibliotheken (insgesamt nur noch 5%) gehört, die mehr als 40 Stunden pro Woche geöffnet haben. (Vgl. Anlage 3)

Dazu erzielte Meerbusch die meisten Entleihungen und  hat die höchste Zahl an aktiven Lesern.

Das Angebot an Besucherarbeitsplätzen ist dafür in Meerbusch geringer und bei der großen Personalbindung für die Bereitstellung der Angebote im Kerngeschäft, fallen auch die Veranstaltungsangebote geringer aus.

 

Kurz zusammengefasst hat die Stadtbibliothek Meerbusch im Vergleich zu den genannten Bibliotheken die meisten Standorte, die höchste Zahl an Öffnungsstunden, die höchste Zahl an aktiven Lesern und die höchste Zahl an Entleihungen bei einem niedrigeren Angebot an Besucherarbeitsplätzen und einer geringeren Anzahl an Veranstaltungen.


Fazit und Ausblick

Zur Beurteilung der Leistungen und Angebote der Stadtbibliothek Meerbusch ist es hilfreich

ihre Ergebnisse mit denen anderer Bibliotheken zu vergleichen. Die jährlich erstellte „Deutsche

Bibliotheksstatistik“ (DBS) bietet hierzu die erforderlichen Daten. 

 

Um der Stadtbibliothek für zukünftige Anforderungen eine solide Arbeitsbasis zu geben, ist  eine zeitgemäße technische Ausstattung für zügige und zuverlässige Arbeitsabläufe und für den Kundenservice Voraussetzung. Die Angebote der Stadtbibliothek müssen den heutigen Anforderungen entsprechen.

Der Austausch der Selbstverbuchungsautomaten der Stadtbibliothek Meerbusch war für 2017 geplant.  Diese Maßnahme wird sich ins Jahr 2018 verschieben, da sich das Projekt durch Beteiligung mehrerer großer Bibliotheken unter der Federführung der ITK Rheinland aufwendiger und zeitintensiver  bei der Beschreibung der Anforderungen gestaltet hat.

 

Die im Bericht dargelegte Entwicklung der Benutzergruppen mit längerem Aufenthalt in der Bibliothek sowie die Nutzung als Ort der Kommunikation einerseits und des Arbeitens / Lernens andererseits wird in absehbarer Zeit raumorganisatorische Änderungen bedingen. Das bedeutet neben der ständigen Verbesserung der technischen Ausstattung auch nach Lösungen für das gleichberechtigte Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Nutzerinteressen zu suchen. Die Besucher sollen ausreichende und ruhige Arbeitsmöglichkeiten einerseits und einen Ort mit Aufenthaltsqualität andererseits vorfinden können. Zudem muss ein verträgliches Nebeneinander der Nutzung visueller Medien einerseits und akustischer Medien andererseits geschaffen werden.

 

In Vertretung

 

gez.

 

Frank Maatz

Erster Beigeordneter