Sitzung: 06.11.2024 Seniorenbeirat
Herr Dohmen, Verantwortlicher für
die Digitalisierung bei der Stadt, stellt sich vor. Seit ca. 40 Jahren sei er
bei der Stadt beschäftigt, hätte seit 2019 die Stabsstelle des CDO (Chief
Digital Officer) inne und sei direkt der Dezernentin unterstellt. Im Auftrag
des Bürgermeisters habe er die Aufgabe, digitale Themen …“nach vorn zu
bringen“. Hierzu gehöre auch die Digitalisierung der Stadtverwaltung selbst.
Anhand des Organigramms erläutert er kurz die Zusammensetzung der verschiedenen Fachbereiche der Verwaltung und betont, dass die Kommunikation ein wichtiger Schwerpunkt in seiner Arbeit sei. Die Stadt habe ca. 700 städtische Bedienstete, von denen ca. 450 einen Büroarbeitsplatz haben. Diese seien so ausgestattet, dass sie auch mobil einsatzfähig seien.
Herr Hepner fragt nach, ob die Hardware geleast sei. Aus finanziellen Gründen seien die Rechner gekauft, das sei für die Stadt günstiger, so Herr Dohmen.
Die ITK Rheinland (Informations- und Kommunikationstechnologie´), so führt Herr Dohmen weiter aus, sei für die Sicherheit der Daten der angehörigen Kommunen zuständig, in deren Rechenzentrum auch die entsprechenden Server zur Speicherung der Daten stünden.
Auf Basis des Onlinezugangsgesetzes müssten bundesweit ca 1.600 Dienstleistungen digitalisiert werden. Auf die Kommunen entfielen davon ca. 500 Prozesse. Die Stadt Meerbusch stelle im sogenannten Kommunalen Bürgerportal, das über die städtische Website zu erreichen sei, diese Dienstleistungen zur Verfügung. Hierüber könnten Bürger*innen beispielsweise Geburtsurkunden beantragen und digital bezahlen, ganz unabhängig von ihrem Aufenthaltsort, also weltweit. Dienstleistungen wie Fahrzeugzulassungen, Führerscheinbeantragungen, Bauanträge, Meldebescheinigung und die Beantragungen von sozialen Leistungen wie Wohngeld, Elterngeld u.s.w. würden ebenfalls digital angeboten. Bei manchen Leistungen sei die Umsetzung noch nicht vollständig abgeschlossen, da beispielsweise gesetzliche Hürden noch zu überwinden wären oder die Überführung in die elektronische Aktenführung noch nicht gewährleistet sei. Insbesondere die Umstellung von der Papier- zur digitalen Aktenführung sei sehr aufwendig, so Herr Dohmen.
Frau Rose erkundigt sich, ob durch die Digitalisierung Arbeitsplätze wegfallen würden und was ältere Menschen machen könnten, die sich in der digitalen Welt nicht zurecht finden.
Ihm sei, so Herr Dohmen, bisher keine Hochrechnung bekannt, die nachweisen würde, wie viele Arbeitsplätze durch die Digitalisierung wegfielen, jedoch würde man auch für die digital unterstützten Aufgaben Arbeitskräfte benötigen, beispielsweise für die Pflege der Daten.
Herr Mock ergänzt, dass seine Wunschvorstellung sei, dass es ausreichend Hilfen für Personen geben sollte, die sich nicht so gut mit den digitalen Angeboten auskennen würden.
Frau Kümmel betont, dass diese Personen auch weiterhin ihre sozialen Leistungen über einen persönlichen Kontakt beantragen könnten.
Herr Dohmen berichtet weiter von den digitalen Projekten der Stadt. So sei eine Erneuerung der städtischen Website geplant, die auch eine verbesserte Suchfunktion vorsähe. Eine weitere große Aufgabe sei die Einführung der digitalen Akte, die zur Folge habe, dass sämtlich Post zukünftig eingescannt und auf dem digitalen Wege zur Sachbearbeitung gesandt werde. Darüber hinaus seien verschiedene Kommunikationstools für Videochats, Nachrichtenübermittlung, Prozessmanagement und vieles andere eingeführt worden.
In Zusammenarbeit mit interessierten Bürger*innen, Mitarbeiter*innen aus der Verwaltung und Politik wurde unter Anleitung eines Professors der Universität Siegen eine digitale Agenda für Meerbusch entwickelt. Diese händigt Herr Dohmen den Mitgliedern des Seniorenbeirates aus.
